Der Schüler, der zum Lehrer wurde
Einst gab es einen Vertreter der Sufis, der eine wahrhaft riesige Sammlung von Lehrgeschichten besaß – Geschichten, die von den Taten und den Lehren der klassischen Meister handelten, und wie und wann diese Elemente in der Lernsituation angewendet werden müssen, um echte psychologische Wirkung zu zeigen, die sonst
vergehen würden, Sie wissen – im Sande verlaufen.
Auf der Grundlage der Theorie des Lernens durch gegenseitige Übereinkunft erlaubte dieser Lehrer immer einer gewissen Anzahl von weniger begabten Schülern, seine Seminare zu besuchen. Unter diesen gab es einen Mann, der nie irgendetwas richtig verstand. Wenn der Meister eine Interpretation wollte, so war seine Antwort fehlerhaft. Wenn eine Geschichte besprochen wurde, stellte er irrelevante Fragen. Wenn die Gemeinschaft aufgefordert wurde, eine bestimmte Geschichte zu studieren, suchte er sich eine andere heraus, und so weiter.
Endlich und ziemlich widerstrebend sagte ihm der Meister, dass er gehen müsse. Im Grunde konnte ein Schüler, auch wenn er unfähig war zu lernen, durch verkehrtes Verhalten doch ein Lehrbeispiel darstellen. Aber da gibt es auch noch den Grundsatz: „Ein Hund wird niemals ein Becken mit Rosenwasser verbessern.“
Der Schüler war natürlich bestürzt, aber nichts, was er vorbrachte, konnte seinen Lehrer wirklich davon abbringen, seine Entscheidung zu ändern, also packte er seine wenigen Habseligkeiten und ging traurig seiner Wege.
Zwei oder drei Jahre später saß der gleiche Sufi-Meister am Eingang seines Hauses, als eine prunkvolle, speziell angefertigte Limousine mit Chauffeur, goldverziert und mit antiken, handgewebten Seidenteppichen gepolstert, im Bogen zu ihm hinauffuhr. Heraus sprang der erfolglose Schüler mit ausgestreckten Händen und strahlte glücklich, als er seinen alten Meister sah.
Der Weise bat ihn, sich neben ihn zu setzen, und sagte: „Ich bin glücklich, zu sehen, dass Du erfolgreich in der Welt geworden bist. Kann ich das so verstehen, dass Du schließlich aufgegeben hast, zu versuchen, die Bedeutung der Lehr-Geschichten zu durchdringen?“
„Oh, ja“, sagte der frühere Schüler, „ich habe mir Euren Rat gewiss zu Herzen genommen. Anstatt sie zu studieren, lehre ich sie nun.“

Unsere tiefste Angst ist nicht, ungenügend zu sein. Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was uns am meisten erschreckt. Wir fragen uns, wer bin ich denn, um brillant, großartig, begabt und einzigartig zu sein? Wer bist du eigentlich dies nicht zu sein. Du bist ein Kind Gottes. Dass du "klein" spielst rettet nicht die Welt. Da ist nichts Erleuchtetes daran, zu schrumpfen damit sich andere Menschen um dich herum nicht unsicher fühlen. Wir alle sind dazu gedacht wie die Kinder zu strahlen. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren, die in uns liegt. Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem. Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis, das Gleiche zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

