... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Das Ego trägt sein eigenes Gefängnis mit sich herum, es gibt nur einen Weg, daraus befreit zu werden, und das ist Selbst-Erkenntnis. - Es gibt ein wahres Ich im Menschen, dieses Ich ist göttlich. Das Ich selber wird niemals zerstört, es ist nur die Illusion, die vergeht. Das Ich ist das eine, was lebt. In der Kenntnis des Ich liegt das Geheimnis der Unsterblichkeit. Die Arbeit des spirituellen Menschen besteht darin, sein falsches Ich zu vergessen und sein wahres Selbst zu realisieren. Sich dieses falschen Selbst zu entäußern ist zweifellos schwieriger als alles auf der Welt – dies ist der Pfad der Heiligen und Weisen.

Hazrat Inayat Khan (1882 - 1927)

   

Who can steel the moon?

The Zen Master Ryokan lived a very frugal life at the foot of a mountain. One night when the Master was away, a thief broke info his hut only to discover there was nothing there to steal.

Ryokan returned and caught the burglar. “You have put yourself to much trouble to visit me,” he said. “You must not go away empty-handed. Please take my blanket and clothes as a gift.”

The bewildered thief slunk off with the gift. Ryokan sat naked at the door of his hut, watching the moon in the sky. “Poor fellow,” he said, “I wish I could give him this.”

 from a book of Anthony de Mello: "The song of the bird"

Wer kann den Mond stehlen?

Der Zen-Meister Ryokan lebte sehr bescheiden in einer kleinen Hütte am Fuß der Berge. Eines Nachts, als der Meister fort war, brach ein Dieb in die Hütte ein, nur um festzustellen, daß nichts zu stehlen war.

Ryokan kam zurück und erwischte ihn. „Du hast dir viel Mühe gemacht, mich zu besuchen“, sagte er zu dem Einbrecher. „Du sollst nicht mit leeren Händen davongehen. Bitte nimm meine Kleider und die Decke als Geschenk.“

Der Dieb nahm höchst verwirrt die Kleider und trollte sich. Ryokan setzte sich hin, nackt wie er war, und beobachtete den Mond. „Armer Kerl“, dachte er bei sich, „ich wünschte, ich könnte ihm den wunderbaren Mondschein geben.“

aus dem Buch von Anthony de Mello: "Warum der Vogel singt", Seite 102

 

   
   
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