... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

hik1 new 150x200Das Ego trägt sein eigenes Gefängnis mit sich herum, es gibt nur einen Weg, daraus befreit zu werden, und das ist Selbst-Erkenntnis. - Es gibt ein wahres Ich im Menschen, dieses Ich ist göttlich. Das Ich selber wird niemals zerstört, es ist nur die Illusion, die vergeht. Das Ich ist das eine, was lebt. In der Kenntnis des Ich liegt das Geheimnis der Unsterblichkeit. Die Arbeit des spirituellen Menschen besteht darin, sein falsches Ich zu vergessen und sein wahres Selbst zu realisieren. Sich dieses falschen Selbst zu entäußern ist zweifellos schwieriger als alles auf der Welt – dies ist der Pfad der Heiligen und Weisen.

Hazrat Inayat Khan (1882 - 1927)

© 2026 Akademie-Lichtung

Unverloren

Du kannst nicht tiefer fallen
als nur in Gottes Hand,
die er zum Heil uns allen
barmherzig ausgespannt.

Es münden alle Pfade
durch Schicksal, Schuld und Tod
doch ein in Gottes Gnade
trotz aller unsrer Not.

Wir sind von Gott umgeben
auch hier in Raum und Zeit
und werden in ihm leben
und sein in Ewigkeit.

Arno Pötzsch (1900-1956)

 

Arno Plötzsch schreibt dieses Gedicht Ende 1940, wo er sich in Paris für einen zum Tode Verurteilten einsetzt, inspiriert durch eine Skulptur von Rodin "La main de Dieu" (Die Hand Gottes) und vermutlich auch durch das Gedicht "Herbst" von Rainer Maria Rilke.

Als Lied wurde das Gedicht zum ersten Mal in ‘Singende Kirche’, ein Gesangbuch mit Liedern von Pötzsch für die deutsche evangelische Gemeinde in den Niederlanden publiziert. Diese Lieder wurden durch den niederländischen Komponisten Jacques Beers (1902-1947) mit Melodien versehen.
Das Lied ‘Du kannst nicht tiefer fallen’ fand seinen Weg in deutschsprachige Gesangbücher (EG 533) und wurde auch in das neue niederländische Gesangbuch aufgenommen.