... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

 

Lieber Mensch:COURTNEY A. WALSH
Du hast es alles falsch verstanden!
Du bist nicht hier, damit Dir bedingungslose Liebe gelingt.
Die ist dort, woher Du kamst und wohin Du gehen wirst.
Du bist hier, um menschliche Liebe zu lernen.
Allumfassende Liebe. Schmuddelige Liebe. Schwitzige Liebe.
Verrückte Liebe. Gebrochene Liebe. Ungeteilte Liebe.
Durchtränkt vom Göttlichen. Lebendig durch die Anmut des Stolperns.
Offenbart durch die Schönheit des … Scheiterns. Und das oft.
Du bist nicht auf die Welt gekommen, um perfekt zu werden. Du bist es schon.
Du bist hier, um herrlich menschlich zu sein. Fehlerhaft und fantastisch.
Und um im Erinnern wieder aufzuerstehen.
Aber bedingungslose Liebe? Erzähl mir nichts davon.
Denn wahre Liebe kommt OHNE Adjektive aus.
Sie braucht keine näheren Bestimmungen. Sie braucht keine perfekten Umstände.
Sie bittet Dich nur, daß Du kommst. Und Dein Bestes gibst. Dass Du im Hier und Jetzt ganz da bist.
Dass Du leuchtest und fliegst und lachst und weinst und verwundest und heilst und fällst und wieder aufstehst
Und spielst und machst und tust und lebst und stirbst als unverwechselbares DU.
Das genüge. Und das ist viel.

Courtney A. Walsh (aus dem Englischen)

   

Mein Herr Gott,

Ich habe keine Ahnung wohin ich gehe.
Ich sehe die Straße nicht vor mir.
Ich kann nicht sicher wissen wo es enden wird,
noch kenne ich mich selbst wirklich.
Und die Tatsache, dass ich meine deinem Willen zu folgen,
bedeutet nicht, dass ich das auch tue.
Aber ich glaube dass die Sehnsucht es dir zuliebe zu tun, dir tatsächlich gefällt.
Und ich hoffe dass ich diese Sehnsucht in allem habe, was ich tue.
Ich hoffe dass ich nie irgendetwas getrennt von deiner Sehnsucht tue.
Und ich weiß dass du mich die rechte Straße führst, wenn ich das tue,
auch wenn ich davon nichts wissen mag.
Darum werde ich dir immer vertrauen obgleich ich im Schatten des Todes verloren erscheinen mag.
Ich werde mich nicht fürchten, weil du immer bei mir bist,
und du wirst mich nie verlassen um mich meinen Gefahren alleine stellen.

 
Thomas Merton
(1915-1968, Atheist, Trapisten-Mönch, Eremit, Friedesaktivist)

Hier ein Foto von Thomas Merton

   
   
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