... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Das Ego trägt sein eigenes Gefängnis mit sich herum, es gibt nur einen Weg, daraus befreit zu werden, und das ist Selbst-Erkenntnis. - Es gibt ein wahres Ich im Menschen, dieses Ich ist göttlich. Das Ich selber wird niemals zerstört, es ist nur die Illusion, die vergeht. Das Ich ist das eine, was lebt. In der Kenntnis des Ich liegt das Geheimnis der Unsterblichkeit. Die Arbeit des spirituellen Menschen besteht darin, sein falsches Ich zu vergessen und sein wahres Selbst zu realisieren. Sich dieses falschen Selbst zu entäußern ist zweifellos schwieriger als alles auf der Welt – dies ist der Pfad der Heiligen und Weisen.

Hazrat Inayat Khan (1882 - 1927)

   
The Monk and the Samurai

 A big tough samurai once went to see a little monk.  'Monk', he said, in a voice accustomed to me instant obedience, 'teach me about heaven and hell!'

The monk, looked up at his mighty warrior and replied with active disdain, teach you about heaven and hell? I couldn't teach you about anything. You are a dirty. You smell. Your blade is rusty. You are a disgrace, and embarrassment to the Samurai class. Get out of my sight. I cannot stand you. The samurai was furious. He shook, got all red in the face, was speechless with rage. He pulled out his sword and raised it above him, preparing to slay the monk.

That is hell, said the monk, softly.

The samurai was overwhelmed. The compassion and surrender of this little man who offered him his life to give this teaching. To show him hell! He slowly put down his sword, filled with gratitude, and suddenly peaceful.

And that is heaven, said the monk, soft.

Der Mönch und der Samurai

Ein großer starker Samurai besuchte einmal einen kleinen Mönch.  "Mönch", sagte er mit einer Stimme, die sofortigen Gehorsam gewöhnt war, "lehre mich über Himmel und Hölle!"

Der Mönch schaute zu dem mächtigen Krieger empor und antwortete mit energischem Missfallen: Dich über Himmel und Hölle belehren? Ich könnte Dir nichts beibringen. Du bist schmutzig, Du stinkst. Deine Klinge ist rostig. Du bist ein Schande und Beleidigung der Samurai. Geh mir aus den Augen. Ich kann Dich nicht ausstehen. Der Samurai war rasend. Er zitterte, wurde rot im Gesicht und sprachlos vor Wut. Er zog sein Schwert und erhob es über sich, um den Mönch zu erschlagen.

Das ist die Hölle, sagte der Mönch sanft.

Der Samurai war überwältigt. Das Mitgefühl und die Hingabe dieses kleinen Mannes, der bereit war, ihm sein Leben zu opfern, um ihm diese Lehre zu erteilen – um ihm die Hölle zu zeigen! Langsam senkte er sein Schwert, von Dankbarkeit erfüllt und plötzlich ganz friedlich.

Und das ist der Himmel, sagte der Mönch sanft.

   
   
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