... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Das Ego trägt sein eigenes Gefängnis mit sich herum, es gibt nur einen Weg, daraus befreit zu werden, und das ist Selbst-Erkenntnis. - Es gibt ein wahres Ich im Menschen, dieses Ich ist göttlich. Das Ich selber wird niemals zerstört, es ist nur die Illusion, die vergeht. Das Ich ist das eine, was lebt. In der Kenntnis des Ich liegt das Geheimnis der Unsterblichkeit. Die Arbeit des spirituellen Menschen besteht darin, sein falsches Ich zu vergessen und sein wahres Selbst zu realisieren. Sich dieses falschen Selbst zu entäußern ist zweifellos schwieriger als alles auf der Welt – dies ist der Pfad der Heiligen und Weisen.

Hazrat Inayat Khan (1882 - 1927)

   
Loving Kindness

A young female disciple undertook to develop the meditation on loving kindness. Sitting in her small room, she would fill her heart with loving kindness for all beings, yet each day as she went to the bazaar to gather her food, she would find her loving-kindness sorely tested by one shopkeeper, who would daily subject to unwelcome caresses.

One day, she could stand no more, and began to chase the shopkeeper down the road with her upraised umbrella. To her mortification she passed her meditation master standing on the side of the road, observing the spectacle. Shame faced, she went to stand before him, expected to be rebuked for her anger.

What you should do, her master kindly advised her, is to fill your heart with loving kindness, and with as much mind forbearance as you can muster, hit this unruly fellow over the head with your umbrella.

Liebende Güte

Eine junge Schülerin machte sich daran die Meditation der liebenden Güte zu entwickeln. Wenn sie in ihrem Raum saß füllte sie ihr Herz mit liebender Güte für alle Wesen, aber jeden Tag, wenn sie zum Bazar ging, um Essen zu sammeln, wurde ihre liebende Güte durch einen Ladenbesitzer, der sie täglich mit unwillkommenen Zärtlichkeiten bedachte, jedes mal hart auf die Probe gestellt.

Eines Tages konnte sie es nicht mehr aushalten, und begann damit, den Ladenbesitzer mit hoch erhobenen Regenschirm die Straße hinunter zu jagen. Wie um sie zu demütigen kam sie an ihrem Meditationsmeister vorbei, der am Straßenrand stand und das Schauspiel beobachtete. Mit schamerfülltem Gesicht ging sie zu ihm und erwartete für ihre Wut zurechtgewiesen zu werden.

Was Du tun solltest, riet ihr Meister ihr freundlich, ist Dein Herz mit liebender Güte zu füllen, und dann mit soviel Nachsicht wie Du aufbringen kannst, diesem ungehobelten Kerl Deinen Regenschirm über den Kopf ziehen.

   
   
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