... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Hermann Hesse

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen, der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen!  Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegen senden: des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse (1877 - 1962)

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Tibetan Version of the Heart Sutra

Sariputra, any son or daughter of good family who wishes to engage in the practice of the profound Perfection of Wisdom should look upon it thus: he or she beholds but five skandhas and that in their own- being they are empty.

Form is Emptiness, Emptiness is form. Emptiness does not differ from form, and form does not differ from Emptiness.

Likewise feelings, recognitions, volitions and consciousnesses are empty.

So, Sariputra, all dharmas are Emptyness, without differentiating marks; they are not produced or stopped, not defiled and not immaculate, not deficient and not complete.

Therefore, Sariputra, in Emptyness there is no form, no feeling, no recognition, no volitions, no consciousness; no eye, no ear, no nose, no tongue, no body, no mind; no visible form, no sound, no smell, no taste, no tangible, no mental object; no eye-element, and so forth, up to no mind-element and no mental-consciousness-element; no ignorance and no extinction of ignorance, and so forth, up to no aging and death and no extinction of aging and death; likewise there is no Suffering, Origin, Cessation or Path, no wisdom-knowledge, no attainment and non- attainment.

Therefore Sariputra, because there is no attainment, Bodhisattvas abide relying on the Perfection of Wisdom, without obscurations of thought, and so are unafraid.

Transcending perverted views, they attain the end, Nirvana. All Buddhas existing in the three times, relying on the Perfection of Wisdom, fully awaken to the highest, perfect Enlightenment. Therefore one should know that the mantra of the Perfection of Wisdom is the mantra of great knowledge, the highest mantra, the unequalled mantra, the mantra that allays all suffering, the Truth, since it has nothing wrong.

The mantra of the Perfection of Wisdom is proclaimed:

TAD-YATHA; GATE GATE PARAGATE PARASAMGATE BODHI SVAHA!

In this way, Sariputra, should a Bodhisattva and Mahasattva train in the profound Perfection of Wisdom.

Das Herz der vollkommenen Weisheit

Wenn unser wahres Selbst sich furchtlos prüft
und Achtsamkeit übt,
entdeckt es, daß unser eigener Körper,
unsere Empfindungen und Wahrnehmungen,
unsere psychischen Formkräfte und unsere Bewußtsein
leer und ohne wirkliche Existenz sind.

Unser wahres Selbst, das diese Wahrheit kennt,
erinnert unser kleines Ich durch Leiden und Altern daran,
daß die Formen, die diese Dinge annehmen,
sich nicht von ihrer Leere unterscheiden;
und daß ihre Leere sich nicht
von ihren Formen unterscheidet.

Nur unser Verstand,
der Erfahrungen in dies und das unterteilt,
in gut und böse, gesund und krank,
leer und nicht leer, läßt es anders erscheinen.

Alle Dinge sind klar und existieren wie der Raum.
Sie sind Versprechungen, die nur unser Geist einlösen kann,
Sie können nicht geschaffen werden,
und sie können nicht zerstört werden,
sie sind weder gut noch böse,
und sie nehmen nicht zu, und sie nehmen nicht ab.

Es gibt kein Nicht-Wissen zu verlieren
und kein Wissen zu erlangen,
keinen Zwang und keine Ganzheit,
und es gibt kein Ende von beidem,
bis wir unsere Machtlosigkeit eingestehen.

Es gibt keinen Weg, kein Programm und keine Praxis,
denen man folgen müßte.
Und es gibt kein Erreichen, weil wirklich nichts zu erreichen ist

In unserem wahren Selbst existieren keine Hindernisse
und keine Ängste.

Wenn wir alle dualistischen Überzeugungen unseres kleinen Ichs,
unser Verleugnen und unser Verlangen transzendieren,
dann kann unser wahres Selbst gesunden,
und wir entdecken, daß es immer schon heil war,
und wir wissen,
daß es niemals wirklich etwas zu gesunden gab.

Alles ist gut.

Deshalb sollten wir die Wahrheit
über die Gesundung des wahren Selbst kennen:
Die Wahrheit, die lehrt,
daß niemals eine Wahrheit zu finden war.
Die Wahrheit, die lehrt,
daß niemals eine Wahrheit zu verlieren war.

Die transzendente und weltliche Wahrheit,
die Wahrheit, Mel Ash
die allein bestätigt,
und gegen die alles andere Leugnung ist.
Die Wahrheit,
die du so lange vor dir selbst verborgen hast
und die du dir jetzt frei eingestehen kannst.

Wahres Selbst!
Ich kenne dich jetzt!

Fort, vom jenseitigen Ufer
der See des Leugnens und des Leidens.

Hin, ans andere Ufer des Einseins,
der Ganzheit und der Liebe.

Erwache an dem Ort, den du niemals verlassen hast!
Gehe auf in der Liebe,
sei vollständig heil und frei von allem Leid.

Alles ist gut.

 

Freie Übersetzung des Herz-Sutra von Mel Ash und Ulrich Haas

 

   
   
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